SHIATSU-KURSE:SHIATSU - Fortbildung für Physiotherapeuten
Zum Selbstverständnis eines jeden Physiotherapeuten gehört es, durch Fortbildungen das eigene Therapieangebot zu bereichern. Diese erstrecken sich von Klassikern wie Lymphdrainage, Rückenschule, Fußreflexzonenmassage bis hin zu Exoten wie Qigong, TCM und Shiatsu, östlich geprägte Methoden, die auf den ersten Blick nicht in das Konzept der westlichen Medizin zu passen scheinen. Daß Shiatsu, eine fernöstliche Methode, jedoch sehr gut mit der westlichen Medizin und Physiotherapie kombiniert werden kann, soll in diesem Beitrag gezeigt werden. Shiatsu wurde in Japan zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus einer Massageform der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und Elementen der westlichen Physiotherapie entwickelt. Die TCM umfaßt, vereinfacht dargestellt, die Lehre von Yin und Yang, die 5 Elemente bzw. Wandlungsphasen und die 12 Hauptmeridiane, die den Körper durchziehen. Sie bildet die Grundlage für die Akupunktur, Akupressur, Moxa, Qigong, Tai Chi, Kungfu, Feng Shui und Massage (Tuina), sowie Kräuterheilkunde und Ernährungslehre. Bei Shiatsuanwendungen spielen die Meridiane und die darin fließende Lebensenergie "Qi" die zentrale Rolle. Durch Berührung werden die Meridiane und die darauf befindlichen Punkte (insgesamt über 350 klassische Punkte) stimuliert, indem der Behandler sein eigenes Körpergewicht vorwiegend über die Handballen und Daumen, aber auch über die Unterarme, Ellbogen und Knie auf den betreffenden Meridian abgibt. Durch diesen "Druck" wird "Qi" wieder in einen harmonischen Fluß gebracht. Der Behandlung geht eine Haradiagnose voraus, das heißt über das Berühren von den Meridianen zugordneten Zonen am Bauch wird die "Qi"-Verteilung im Körper des Patienten festgestellt. In der Regel behandelt man den Meridian mit der größten Fülle und den mit der größten Leere. Die Energien können sich somit gegenseitig ausgleichen und eine Harmonisierung des gesamten Energiehaushalts tritt ein. Das Wissen um die Meridianverläufe und Punkte ist die Grundlage für Shiatsu. Darüberhinaus ermöglichen spezielle Techniken einen fließenden Behandlungsablauf. Einige davon wurden aus der Physiotherapie abgeleitet wie Rotationen, v.a. der großen Gelenke (Hüfte, Schulter), Hand-, Fuß-, und Kopfgelenke, Zug auf die Gelenke um diese zu öffnen, Dehnungen, Ausstreichungen und Knetmassagen (v.a. der Füße und Hände). Bei der Durchführung der Techniken ist es wichtig, sich nicht anzustrengen. Durch die Bewegung aus dem Hara heraus, das heißt aus der eigenen Mitte, gibt der Behandler sein Körpergewicht an die Hände ab, die stets im rechten Winkel zum Meridian bzw. Körper aufliegen. Die Abfolge von Gewicht an den Boden abgeben und wieder nehmen, das Verbleiben der Mutterhand an einer Stelle und das Wandern der Kindhand den Meridian entlang machen das Besondere von Shiatsu aus. Das Erlernen der Techniken ist einfach und durch Übung kommt man schnell in eine Haltung der eigenen Entspannung. Der Gebende strengt sich nicht an und tut sich selbst etwas Gutes. Das ist die wichtigste Voraussetzung für gutes Shiatsu, für die eigentliche Energiearbeit. Diese besteht darin, Blockaden und Leerezustände (jitsu und kyo) aufzuspüren und diese durch zerstreuende (sedierende) bzw. aufbauende (tonisierende) Techniken in Harmonie zu bringen. Um ein Gefühl für Energien zu entwickeln, ist viel Konzentration und waches Bewußtsein nötig. Die Haltung des Shiatsugebenden ist das Dasein-im-Hier-und-Jetzt und die Absichtslosigkeit, das heißt nichts zu wollen, nicht einmal etwas Gutes tun zu wollen. Der Körper des Patienten führt den Gebenden und bestimmt den Rhythmus und die Intensität der Berührung. Die erste spontane Reaktion des Patienten ist Entspannung. Diese tritt schon durch das bloße Auflegen der entspannten und warmen Hände ein. Darüber hinaus kann man aufgrund der Einbettung in die TCM gezielt Krankheiten behandeln, die sowohl den Bewegungsapparat als auch die Organe betreffen und zudem eine positive Wirkung auf seelisch-geistiger Ebene haben. Die inneren Organe werden durch die Verbindung der äußerlich verlaufenden Meridiane mit ihren inneren Verläufen erreicht. Im Westen sind die 12 Hauptmeridiane nach den Organen benannt, durch die sie fließen. Da im physiotherapeutischen Alltag meistens die Zeit und Ruhe für eine umfangreiche Shiatsuanwendung fehlt, ist es möglich Shiatsu-Elemente in die Behandlung auf der Massagebank einzubeziehen. Diese unterscheiden sich äußerlich nicht so sehr von physiotherapeutischen Techniken, wohl aber in der Haltung und Wahrnehmung von energetischen Zuständen. Außerdem stellt die Bewegung aus dem Hara und die bewußte eigene Entspannung eine große Erleichterung im anstrengenden Arbeitsalltag dar. SHIATSU - Fortbildung für Hebammen:Shiatsu als Begleitung in der SchwangerschaftShiatsu, die sanfte Art der Berührung, ist eine ganzheitliche Heilmethode aus Japan, die auch im Westen erfolgreich zur Gesundheitserhaltung, Steigerung des Wohlbefindens und zur Linderung von Beschwerden durch Anregung der Selbstheilungskräfte eingesetzt wird.Shiatsu unterstützt die besonderen Bedürfnisse von Schwangeren nach Geborgenheit und Berührung, nach Vertrauen in den eigenen Körper und das Verstehen der Veränderungen durch das heranwachsende Kind. Shiatsu wirkt ausgleichend und beruhigend für Mutter und Kind. Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung, Rückenschmerzen, Beinödeme u.ä. können mit Shiatsu gelindert werden. Gleichzeitig mit der Mutter wird auch das Kind behandelt - in Japan nennt man das "tai kyo" (Embryo-Erziehung). Neben der Vemittlung von einfachen Shiatsutechniken kommen auch Themen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zur Sprache, welche die Grundlage für therapeutisches Shiatsu ist (Meridiane und Akupressurpunkte, Ernährung, Moxa). Beide Kurse sind unabhängig voneinader konzipiert und können von Hebammen mit und ohne Vorkenntnisse besucht werden. Kurs 1 die ersten Schwangerschaftsmonate Anhand von Übungen stimmen wir uns auf einfache Shiatsutechniken in Rückenlage ein. Die für die erste Phase der Schwangerschaft wichtigen nährenden Meridiane an den Beinen (Magen, Milz/Pankreas und Niere) werden einbezogen. Ebenso Akupressurpunkte bei besonderen Beschwerden wie Übelkeit, Anämie, Müdigkeit u.ä., die man auch an sich selber stimulieren kann. -> Termine Kurs 2 die letzten Wochen vor der Geburt Shiatsutechniken für die Seitenlage werden vorgestellt und Meridiane am Rücken bzw. der Seite (Blase und Gallenblase), sowie die wichtigsten "Loslass-Punkte" als Vorbereitung auf die Geburt. Besondere Beschwerden wie Rückenschmerzen, Ödeme, Verstopfung, Verspannungen im Becken sowie Beckenendlage und Wehenschmerzen werden mittels Akupressur und Moxa (Wärmetherapie mit Beifußkraut) behandelt. -> Termine |