Grundlagen der Phonophorese

unter Phonophorese versteht man die Arbeit mit Stimmgabeln, auch Phonopunktur, Klangpunktur und Stimmgabelarbeit genannt.

 

Die Stimmgabel hat ursprünglich die Aufgabe, einem Instrument den exakten Ton anzugeben, auf den es gestimmt werden soll, oder einem Chor die richtige Tonlage zu ermöglichen, sollte kein anderes Instrument zur Verfügung stehen. Festgelegt wurde der Kammerton A mit einer Frequenz von 440 Hz. Daß er ein willkürliches Produkt zur allgemeinen Verständigung ist, zeigt, daß viele Orchester tiefer oder höher gestimmt werden. Er ist also flexibel gemacht worden.

 

Man kann den Ton einer angeschlagenen Stimmgabel hören und man kann die Vibration spüren, setzt man den Fuß der Stimmgabel auf eine Stelle des Körpers auf. Das macht sich die therapeutische Anwendung zu nutze. Bei der Phonophorese werden Stimmgabeln im hörbaren Bereich zwischen 126,22 und 256 Hz eingesetzt, bei medizinischen Untersuchungen des Gehörs oder der Sensibilität auch höher schwingende.

 

Eine Stimmgabel besteht aus dem Fuß, den man halten und aufsetzen kann und den Zungen, die angeschlagen werden, um zu schwingen und den Ton bzw die Vibration zu erzeugen. Die Länge der Zungen legt den jeweiligen Ton fest. Jeder nur denkbare Ton kann durch Einkürzung der Zungen hergestellt werden. Die Phonophorese bedient sich einer Auswahl an Stimmgabeln, den sogenannten Planetentönen.

 

Wie kommt es, daß wir bei der Phonophorese von Planetentönen sprechen?

Die Menschheit hat sich schon immer um das Phänomen der Sterne und des Weltalls bemüht. Es wurden nicht nur empirische Beobachtungen gemacht, sondern auch Beziehungen zur Erde und den Erdenbewohnern hergestellt, zum Beispiel über das persönliche Horoskop. So ist die Astrologie entstanden und der Begriff „wie oben so auch unten“. Der Autor und Wissenschaftler Hans Cousto stellte 1984 in seinem Buch „Die kosmische Oktave“ eine Verbindung zwischen den Planeten und Tönen her, indem er für uns Menschen relevante Zyklen wie die Umlaufzeit um die Sonne oder die Eigenrotation nahm und diese mit Hilfe einer mathematischen Formel in eine Frequenz umwandelte, die wir hören können. So erhielt er den Tageston (24 Std sind 86.000 Sek mit dem Kehrwert von 1/86.000 = 0,000011574074..Hz), der 24 mal oktaviert, das heißt verdoppelt wird, und mit 194,18 Hz im hörbaren Bereich liegt. Für die Erde errechnete er aufgrund verschiedener Zyklen insgesamt 9 Frequenzen, zu denen u.a. der Jahreston mit 136,10 Hz und das Platonische Jahr mit 172,06 Hz gehören. Ebenso verfuhr er mit den Planeten, dem Mond und der Sonne.

 

Diese Töne sind genau definiert über ihre Hertzfrequenz (1 Hz ist 1 Schwingung pro Sekunde). Verdoppelt man diese Frequenz unzählige Male über den hörbaren Bereich hinaus so kommt man in den Frequenzbereich der Farbe. Deshalb kann jeder Stimmgabel auch eine Farbe zugeordnet werden. Obwohl die Planetentöne nicht exakt den Frequenzen der Tonleiter entsprechen, können wir diese dennoch als Tonleiter darstellen und ihnen die Farben zuordnen. Die tiefste Farbfrequenz ist rot, was einem G der Tonleiter entspricht. Aufsteigend erreichen wir über orange, gelb, grün und blau das violett als höchste Frequenz mit den Tönen A, H, C, D, E, F. Die Farben und Töne gehen fließend ineinander über.

 

Wie kommen nun die Zuordnungen der Stimmgabeln zu dem menschlichen Körper zustande?

Eine Zuordnung zu den 7 Chakren (Energiezentren) des Körpers kann über die aufsteigende Frequenz der Stimmgabeln und Farben erfolgen. Auch die Energie der Chakren ist aufsteigend vom Wurzelchakra (rot und Ton G) bis zum Scheitelchakra (violett und Ton F).

 

Die astrologischen Merkmale eines Planeten können auch auf seine Stimmgabel angewandt und die Körperbereiche, die mit dem jeweiligen Planeten verbunden werden, angesprochen werden. Ein Beispiel ist der Planet Saturn, der dem Tierkreiszeichen des Steinbock zugeordnet wird und dem Bereich der Knie. Bei Knieproblemen kann man ihn unterstützend einsetzen.

 

Es erfolgte auch eine Zuordnung zu den 12 Meridianen (Hauptleitbahnen) des Körpers. Jedem Meridian wird ein Urprinzip zugeordnet, das ihn besonders unterstützt wie zB Pluto dem Dickdarmmeridian. Außerdem haben Stimmgabeln die Qualitäten von Beruhigen (Jahreston der Erde), Schmerzlindern (Wasserstoffgamma), Aufbauen (Tageston der Erde, Mars, Sonne) usw. Ein Meridian, der vom Anfang- zum Endpunkt mit einer Stimmgabel eingeschwungen wird, befindet sich wieder in Harmonie. Der Meridian kann als Ganzes oder punktuell behandelt werden.

 

Der Einsatz von Stimmgabeln hängt von dem Wissen des Therapeuten ab. Da ich Shiatsu gelernt habe, kombiniere ich die Phonophorese mit Shiatsu und behandle Meridiane. Stimmgabeln kann man ferner einsetzen auf Fußreflexzonen, Chakren, Verspannungen, Blockaden usw. Als unterstützendes Hilfsmittel sind sie sogar auf Reisen in der eigenen Hausapotheke willkommen, da man sie an sich selber anwenden kann.

 

Ich biete in meiner Praxis in Berlin-Kreuzberg Phonophorese-Behandlungen in Kombination mit Shiatsu an.

 

weiterführende Literatur:

Hans Cousto, Die kosmische Oktave, Fulda 1984

Hans Cousto, Die Oktave, Berlin 1992

Rüdiger Dahlke, Das senkrechte Weltbild, München 2010 (5. Ausgabe)